Wie viele Netzwerke brauche ich?

© barbara-huber.at

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Ich habe mitgezählt: in der letzten Woche habe ich genau 11 Einladungen zu Netzwerktreffen bekommen. Ich hätte also im Schnitt zwei Treffen pro Tag besuchen können und damit meine Arbeitswoche komplett ausgefüllt. Gleich vorweg: Ich war auf keinem dieser Treffen.

Gibt es zu viele Netzwerke?

Stattdessen habe ich mich gefragt, ob es zu viele Netzwerke für Unternehmer/innen gibt! Wieso haben sich so viele Netzwerke am Markt etabliert? Und können neue Netzwerke angesichts der bestehenden Masse überhaupt langfristig bestehen?

Fragen, die ich nicht beantworten kann. Aber Fragen, die gut ausdrücken, mit wie vielen Angeboten (Jung)Unternehmer/innen überflutet und vielleicht sogar überfordert werden.

Alles auf einmal!

Am Anfang der eigenen unternehmerischen Tätigkeit neigt man noch dazu, alle Netzwerktreffen zu besuchen, die sich einem anbieten. Die Vorstellung seine Leistung oder sein Produkt präsentieren zu können und vielleicht neue Kunden an Land zu ziehen, haben auch mich anfangs dazu bewogen, etliche Abendstunden in Gasthäusern, Behörden und Veranstaltungssälen zu verbringen. Irgendwann erkannte ich jedoch, dass der zeitliche Aufwand in keiner Relation zu dem lukrierten Gewinn stand.

Die Rechnung dazu ist einfach. Ich nahm meinen durchschnittlichen Stundensatz für meine Dienstleistung zur Hand und multiplizierte ihn mit dem Zeitaufwand für das Netzwerktreffen. Die errechnete Summe entsprach streng genommen meinem an diesem Abend „verprassten“ Werbebudget. Dann überlegte ich, wofür ich diesen Betrag de facto ausgegeben hatte. Konnte ich neue Kunden akquirieren? Hatte ich Kontakte zu interessanten Journalisten geknüpft?  Hatte ich neue Kooperationspartner gewonnen oder neue Lieferanten kennengelernt, die besser/günstiger produzierten?

Mein Outcome entsprach leider gar nicht dem geleisteten Input!

Die häufigsten Fehler beim Netzwerken

Ich kam zu dem Schluss, dass ich etwas verändern musste. Wie konnte ich mein Werbebudget sinnvoller und damit produktiver einsetzen? Ich überprüfte meine Präsentationen am Netzwerkabend, meine Häufigkeit der Besuche und die Art der besuchten Netzwerke. Meine Analyse brachte mich zu dem Ergebnis, dass ich viele verschiedene Netzwerke nebeneinander, aber kein Netzwerk wirklich regelmäßig besuchte. Außerdem besuchte ich überwiegend die falschen Netzwerke!

Lasst mich meine zwei Fehler im punkto Netzwerken genauer erklären:

  1. Netzwerken ist regelmäßige Arbeit

Heute weiß ich, dass Netzwerken ein stetiger Austausch mit anderen Leuten ist. Im Vordergrund steht das Geben und Nehmen. Dieser Austausch, verbunden mit dem Aufbau von Vertrauen, ist aber nur möglich, wenn man das Netzwerk und die damit verbundenen Personen regelmäßig sieht.

  1. Nicht jedes Netzwerk passt zu jedem/r Unternehmer/in

Jedes Netzwerk hat seine eigene Philosophie. Das Ziel der Treffen kann der Austausch mit Gleichgesinnten einer bestimmten Altersgruppe, Geschlecht, Berufsgruppe, etc. sein. Es kann auch einen übergeordneten Sinn, wie beispielsweise die Förderung bestimmter karitativer Zwecke, haben. Überlegt Euch, welche Netzwerke, mit Eurer Unternehmensphilosophie oder euren Werten übereinstimmen. Nur dann könnt ihr Euch authentisch einbringen und werdet dadurch erst wahrgenommen.

Ein Netzwerk ist ausreichend!

Ich glaube, dass ein regelmäßig besuchtes Netzwerk völlig ausreichend ist. Mein Erfolg spricht für sich: Mittlerweile konnte ich viele neue Kunden akquirieren und wertvolle Freundschaften schließen.

Ich wünsche Euch viel Erfolg bei dem Finden Eures idealen Netzwerkes!

 

erschienen im Magazin 6/2014 der Jungen Wirtschaft

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