Interview mit Do(ris) Laura Heneis

Am 14.7.2014 interviewte ich für Sie Do Laura Heneis, Fotografin und Künstlerin, mit einem Atelier im 20. Wiener Gemeindebezirk. Die Kunstfotografin, wie sie sich selber nennt, feierte heuer ihr 10jähriges Bestandsjubliäum. Im persönlichen Gespräch verrät sie ihre Erfolgsgeheimnisse.

© kunstfotografin.at

© kunstfotografin.at

Liebe Do, 10 Jahre sind eine lange Zeit. Hat sich alles so entwickelt, wie du dir es vorgestellt hast?

*lacht* Nein, ich habe es mir wesentlich einfacher vorgestellt. Ich rechnete anfangs mit einer viel kürzeren Akquisezeit und war besorgt, als ich feststellte, dass mein Startkapital schneller verschwand als geplant. Außerdem hat man als Einpersonenunternehmen viele Aufgaben (Marketing, Buchhaltung, Verkauf, etc.) gleichzeitig zu erledigen, die im Rahmen des Angestelltenverhältnisses teilweise wegfallen. Manchmal kam ich mir vor wie in der Wüste, kaum schien die erlösende Fatamorgana in Reichweite, verschwand sie wieder.

Aber du hast dich durchgekämpft?

Ja, ich habe aus meinen Fehlern gelernt. Es ist nicht immer nett zu lernen, aber es ist sinnvoll. Letztlich darf man nicht auf seinen Humor vergessen, unangenehme Dinge in nützliche transformieren und einfach (anders) weitermachen.

Was war deine größte Herausforderung?

Die Überwindung meiner Existenzängste! Ein Gefühl, dass sicher jede/r Unternehmer/in schon kennengelernt hat. Da hilft nur eines: Tatsachen ins Auge blicken und sich mit sich selbst beschäftigen. Wie ticke ich? Was sind meine Stärken und Schwächen und wie kann ich sie ausbalancieren?

Wie hast du sie ausbalanciert?

Ich habe viel meditiert und mich auf den Augenblick konzentriert. Glücksmomente kann man sich auch mit wenig oder gar keinem Geld kreieren. Und wenn es dennoch nicht klappt: vielleicht kommt man auch zur Erkenntnis, dass die Selbständigkeit nicht der richtige Weg ist.

Viele würden diesen Schritt aber als Niederlage sehen. Was sagst du dazu?

Das sehe ich anders. Jede Person hat andere Werte, Vorstellungen und Bedürfnisse. Wenn jemand erkennt, dass er lieber im Angestelltenverhältnis tätig sein will, ist das eine wichtige Erkenntnis für die eigene Persönlichkeit.

Zurück zu deiner Persönlichkeit. Welche Tipps aus deiner persönlichen Erfahrung hast du für andere Unternehmer/innen?

  • Fragen, wenn man etwas nicht weiß
  • Hilfe annehmen, auch wenn man sich überwinden muss
  • Sich von einem Coach begleiten lassen oder zumindest mit anderen Selbständigen im regelmäßigen Austausch stehen
  • Sich bewusst sein, dass man als EPU burnoutgefährdet ist und entsprechend achtsam mit sich selbst sein

Und welchen Fehler sollten Unternehmer/innen tunlichst vermeiden?

Tipps und Tricks nicht von Selbständigen holen, die andere Wertevorstellungen haben, wie man selbst. Ich habe mich beispielsweise in der Anfangsphase zu einem Atelier überreden lassen, das viel zu groß für mich war. Mein Berater hatte den Wert Prestige in der Branche, ich aber den Wert finanzielle Sicherheit. Diese Entscheidung entgegen meiner Werte, hätte mich fast meine Selbständigkeit gekostet.

Werte scheinen dir sehr wichtig zu sein. Das erkenne ich auch an deinem Slogan „authentische Fotografie“. Wie kam es dazu?

Authenzität ist mein Markenkennzeichen. Mein USP (Alleinstellungsmerkmal), wenn du so willst. Nur wer authentisch vor und hinter der Kamera ist, kann wirklich gute Fotografien machen. Das ist auch mein Erfolgsgeheimnis und davon weiche ich nicht ab.  Das ist übrigens noch ein Tipp für andere Unternehmer/innen. Findet und verteidigt Euren USP. Andernfalls werdet ihr keinen Erfolg haben.

Herzlichen Dank für das spannende Gespräch!

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