Die Kunst des Netzwerken (Gastbeitrag)

Inge* kommt zum ersten Mal zu einem Netzwerktreffen und muss feststellen: Ihr genialer Verkaufsvortrag interessiert niemanden, ganz im Gegenteil. Plötzlich will keiner mehr mit ihr reden. Liegt es vielleicht daran, dass sie nicht die einzige Texterin bei dem Treffen ist? Sie geht sofort in den Konkurrenzmodus und verteilt wie wild ihre Visitenkarten. Irgendjemand wird sich ja wohl dafür interessieren, was sie zu bieten hat. Und wenn das auch nichts hilft, versucht sie es mit einer aggressiven Preisstrategie.

Mit dieser Taktik wird Inge bald Persona Non Grata bei allen Netzwerktreffen sein. Wie es besser geht, möchte ich dir in diesem Blogartikel aufzeigen. Denn eines haben alle Netzwerke gemeinsam: Regeln für ein angenehmes, sinnvolles und produktives Miteinander – egal, ob ungeschrieben oder tatsächlich schriftlich festgelegt.

Grafik: (c) Lisa Keskin

Die Magie des Empfehlungsmarketings

Natürlich wollen wir alle verkaufen. Und das geht auch übers Netzwerken, aber selten auf dem direkten Weg. Beim Netzwerken geht es darum, dich bekannt zu machen, dich zu vernetzen und – im Idealfall – empfohlen zu werden. Das bringt dir auch mehr, denn du wirst sicher öfter empfohlen, als du beim Netzwerken verkaufen könntest.

Wichtig ist jedenfalls: Nur wenn man weiß, was du machst, und wenn man dich mag und dir vertraut, wird man dich empfehlen. Hilfreich ist es zudem, wenn du andere aus dem Netzwerk unterstützt und ebenfalls weiterempfiehlst.

Kooperationen – das Team im EPU

Wir sind es gewohnt, mit anderen in den Wettbewerb zu treten. Wenn wir also beim Netzwerken auf Personen, die in der gleichen Branche tätig sind, treffen, leuchtet – wie eingangs schon erwähnt – sofort das rote Alarmlicht auf: Konkurrenz!

Aber: Im Normalfall hast du deine genaue Positionierung – im Falle des Textens z.B. den Fokus auf spezielle Themengebiete oder Branchen. Verabschiede dich also ganz schnell vom Konkurrenzgedanken und geh stattdessen Kooperationen ein. Davon kannst du mehr profitieren, als wenn du z.B. einen Preiskrieg startest. Oder deine KollegInnen beim Netzwerken schneidest.

Denn jemand, der sich auf das Texten im Sportbereich spezialisiert hat, wird dir sicher gerne einen Auftrag geben, bei dem es sich um dein Fachgebiet handelt – wenn du dich mit dem Kollegen oder der Kollegin vorab gut vernetzt hast.

Must-haves beim Netzwerken

Was solltest du beim Netzwerken unbedingt dabeihaben?

Visitenkarten, natürlich. An die denkst du vermutlich ohnehin. Die anderen sollen dich ja in Erinnerung behalten. Aus eigener Erfahrung: Auf deiner Visitenkarte sollte dein USP zu erkennen sein – eine Karte, auf der nur „Coach“ steht, bringt nicht viel. Denn nun weiß dein Gegenüber wieder nicht, was du wirklich machst und was dich ausmacht. Und wird dich somit auch nicht empfehlen können. Weil er/sie ja gar nicht weiß, wofür.

Aber: Damit überhaupt jemand eine Visitenkarte von dir haben möchte, ist es wichtig, dass du dich so vorstellst, dass die anderen dich verstehen und neugierig auf dich werden; auf das, was du machst und wie du es machst. Hier sind wir wieder beim USP, also deinem persönlichen Alleinstellungsmerkmal.

Nehmen wir an, bei dem Netzwerktreffen, bei dem du bist, gibt es eine kurze Vorstellungsrunde und danach freies Netzwerken. Das heißt, du hast vielleicht eine Minute – oder sogar weniger – Zeit, der Runde zu erklären, was du machst. Und um Interesse aufzubauen, damit du danach leichter mit den anderen ins Gespräch kommst.

Hier solltest du nicht nur deinen Namen nennen und sagen, was du machst, sondern auch deinen Nutzen für einen potenziellen Kunden und deinen USP unterbringen – und keine Sorge, das geht sich auch in zehn Sekunden aus, wenn man ein bisschen übt. J

Denk dabei jedenfalls dran: Man muss dich verstehen. Überleg dir deinen Elevator Pitch daher gut und übe ihn!

Lust bekommen, es auszuprobieren? Dann freue ich mich, dich demnächst bei einem Netzwerktreffen kennenzulernen! Vielleicht sogar bei unserem vormittäglichen oder abendlichen Netzwörken!

(c) Oliver M. Neunteufel

Gastbeitrag von Mag. Monika Lexa, Texterin, Übersetzerin und Kommunikationsexpertin bei blubbb – die Kommunikationswerkstatt e.U. in Wien. Gemeinsam mit Lisa Keskin organisiert sie monatlich das Netzwörken. Mehr Informationen dazu unter www.blubbb.at.

 

*Anmerkung: Name rein zufällig gewählt!

Suche nach Inhalten

Blogbeiträge per E-Mail erhalten