5 Gründe zum Gründen

Warum gründen Personen ein Unternehmen und wagen den Schritt aus dem Angestelltenverhältnis in die Selbständigkeit? 2015 wurden dazu 1000 Österreicher/innen befragt und die Ergebnisse statistisch festgehalten. Mehrfachnennungen waren möglich (IMAS Report 20,2015).

Foto (c) Cristine Lietz  / pixelio.de

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Die genannten Gründe sind keine Seltenheit. Zahlreiche Studien und Befragungen führen zu ähnlich lautenden Ergebnissen. Da ich manchmal das Gefühl habe, dass die Gründe nur einen Blickwinkel zeigen, möchte ich heute den Scheinwerfer etwas anders drehen. Schließlich ist nicht alles Gold, was glänzt!

Grund 1: Der eigene Chef sein (48%)

Personen, die viele Jahre im Angestelltenverhältnis tätig waren, scheinen sich danach zu sehnen, über ihre Arbeit selbst bestimmen zu können. Fast die Hälfte aller Befragten nannte diesen Grund als Hauptmotivation für die eigene Gründung.

Die Kehrseite: Der eigene Chef zu sein, hat nicht nur Vorteile. Auch die unangenehmen Aufgaben, wie Verhandlungen mit Kunden und Mitarbeitern, Mahnwesen und Finanzierungsrisiko fallen damit automatisch in Euren Aufgabenbereich.

Selbstverwirklichung, Kreativität (26%)

Der Ausdruck der eigenen Kreativität ist laut Statistik der zweitwichtigste Grund für die Gründung. Der Ausbruch aus bestehenden Strukturen scheint für ein Viertel der Befragten essentiell zu sein.

Die Kehrseite: Ein gut geführtes Unternehmen braucht auch Strukturen. Nur wer organisiert in den Themen Buchhaltung, Prozessen und Zielerreichung ist, kann ein Unternehmen führen, dass auf Dauer Bestand hat.

Freiheit, Unabhängigkeit (23%)

Endlich frei! Knapp ein Viertel der Befragten sehnt sich nach Unabhängigkeit.

Die Kehrseite: Wirklich frei kann man auch als Unternehmer/in nicht sein. Klar habt Ihr mehr Gestaltungsfreiraum als in einem Angestelltenverhältnis, doch seid Ihr von bestimmten Faktoren weiterhin abhängig. Vertragsbindungen an Lieferanten, Erwartungen von Kunden und Mitarbeitern, aber auch gesetzliche Rahmenbedingungen sind auch im Unternehmen vorgegeben.

Flexibilität, flexible Arbeitszeiten (22%)

Flexible Arbeitszeiten wurden als vierter Grund zum Gründen genannt. Ein Grund, den ich voll verstehen kann. Insbesondere, wenn man eine Business Mama ist.

Die Kehrseite: die Flexibilität ist nur bedingt auslebbar. Geschäftsöffnungszeiten müssen fix eingehalten werden; Vertragstermine und behördliche Fristen lassen sich auch nur bedingt verschieben.

Höheres Einkommen (15%)

Interessanterweise ist ein höheres Einkommen erst an fünfter Stelle genannt worden. Emotionale Gründe haben offensichtlich einen höheren Stellenwert als finanzielle Gründe.

Ausnahmsweise möchte ich bei diesem Grund keine Kehrseite nennen. Viele Gründer haben Angst vor Steuern und Sozialversicherung und sind froh, wenn „sie überleben können“. Ein Mindset, der ein höheres Einkommen anstrebt, ist also durchaus nützlich!

Resumée

Versteht mich nicht falsch. Jeder genannte Grund hat seine Berechtigung und ist auch bedingt auslebbar. Dennoch: seid Euch bewusst, eine Medaille hat immer 2 Seiten!

veröffentlicht: Startup-Brett / Kolumne

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